Aktuelle Zahlen zeigen es deutlich:

Ungebremst wachsende Transit-Belastung

LKW Verkehr in (Süd)Tirol

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Lizenz: CC BY 3.0 - Martin Falkner / Suedtirol-Tirol.cc   (Namensnennung)

Seit dem Jahr der Wirtschaftskrise 2009 nimmt der Güterverkehr auf Tirols Transit-Autobahnen (Brenner- und Inntalautobahn) wieder kontinuierlich zu. Die aktuellen Zahlen belegen es: Im Jahr 2012 donnerten über den Brenner - den am stärksten befahrenen Alpenübergang - wieder 2 Millionen LKWs. Auf der Inntalautobahn im Bereich Schwaz sind es sogar 2,62 Millionen.  Auf den Bundesstraßen über den Fern- und Reschenpass ist eine Stagnation zu beobachten, wobei der Anteil der Sattel- und Lastzüge (schwere LKWs) leicht abnimmt. Hier gilt auch ein 7,5 Tonnen-Limit mit einigen Ausnahmen wie z.B. dem Quell- oder Zielverkehr.

Jahr LKW-Fahrten Brenner in Mio. LKW-Fahrten A12 in Mio.   Tage Zielwertüberschreitung (>80μm/m³) Stickstoffdioxid (A12 Vomp)
2009 1,819 2,494 A12 Zählstelle Schwaz 64
2010 1,902 2,547 A12 Zählstelle Schwaz 79
2011 1,973 2,623 A12 Zählstelle Schwaz 77
2012 1,998 2,623 A12 Zählstelle Kramsach (Schwaz tlw. außer Betrieb) 58

Luftsanierungsgebiet oder Urlauberparadies?

Neben der Lärmbelastung für die Anrainer verursacht der LKW-Verkehr in Alpentälern mit geringem Luftaustausch auch ein massives Umweltproblem. Laut dem Transitforum Austria-Tirol sei das Inntal zwischen Kufstein und Zirl seit nunmehr zehn Jahren das größte ausgewiesene Luftsanierungsgebiet innerhalb der EU. In den offiziellen Berichten über die Luftgüte des Landes Tirols (gemäß IG-Luft) erfasst die Messstation A12 Vomp Raststätte besonders in den Wintermonaten regelmäßige Zielwertüberschreitung (Tagesmittelwert > 80μm/m³) des sehr giftigen Stickstoffdioxids. NO2 entsteht bei der Verbrennung fossiler Energieträger. Im Jahr 2012 wurde dieser Zielwert an 58 Tagen überschritten. Für frische, gesunde Tiroler Alpenluft wie sie die Freizeitindustrie gerne bewirbt, muss man entlang der Transitrouten folglich in höhere Lagen hinauf.

Die Schiene kommt absolut nicht in die Gänge

In dem Anfang Juni 2013 veröffentlichten Tiroler Verkehrsbericht ist zu lesen:

"Die Bahntransporte am Brenner sanken 2012 auf den niedrigsten Wert seit 2007. … Die Bahn verlor 2012 am Brenner Marktanteile beim Güterverkehr. … Im zweiten Halbjahr 2012 wurden am Brenner nur 28,5 % der Güter mit der Bahn befördert."
Dafür war laut Expertenmeinung vorrangig die geringere Auslastung der Rollenden Landstraße (RoLa) auf der Brennerbahn zwischen Wörgl und der Staatsgrenze verantwortlich. Viele Stimmen munkeln, dass die Wiedereinführung des sektoralen Lkw-Fahrverbots dem Gütertransport über die Schiene Aufwind verleihen würde.

Warum hat die Schweiz zwei Drittel des Alpentransits auf der Schiene?

Frau Rasmussen vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) meinte:

"In der Schweiz sind die Rahmenbedingungen für den Gütertransport auf der Schiene deutlich besser. Es gibt eine sehr gut ausgebaute Schieneninfrastruktur, die Lkw-Maut wird auf allen Straßen eingehoben und ist höher als in Österreich und Diesel wird höher besteuert als in Österreich. …Die EU gibt dem freien Warenverkehr Vorrang vor der Gesundheit der Menschen. Eine Politik, die wie wir heute sehen, in die Krise führt."

Im Schnitt gibt es rund 10 Millionen Lkw-Fahrten über Alpenübergänge jährlich, davon entfallen 59% auf Österreich, 28% auf Frankreich und nur 13% auf das Nicht-EU-Mitglied Schweiz. Neue Lösungen sind gefragt.

Martin Falkner, Juni 2013

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